Page 49 - Webflip_Broschuere_2025-2
P. 49
Politik, Geschichte & Psychologie
Aramäisch: Weltsprache des versität München. Er gehört weltweit zu den
Altertums und der Gegenwart renommiertesten Experten für die aramäische
Sprache, hatte von 2005 bis 2019 den Lehrstuhl
für Hebräisch und Aramäisch an der Universität
Leiden inne, und ist Ordentliches Mitglied der
Academia Europaea sowie der Königlich-Nie-
derländischen Akademie der Wissenschaften.
1
(c) Stephan Hoeck, LMU
Prof. Dr. Holger Gzella
Montag, 26.01.2026, 19.30 bis 21 Uhr
Online-Workshop
B1912 gebührenfrei
In Zeiten der Globalisierung sind Weltsprachen
wie Englisch oder Chinesisch ein gängiges The-
ma, aber die erste eigentliche Weltsprache ist
heute, wenn überhaupt, nur noch ein exotischer
Name, obwohl sie immer noch gesprochen wird:
Aramäisch.
Unter den Weltsprachen ist Aramäisch ein Son-
derfall, weil mit ihm das persische Großreich
um die Mitte des ersten Jahrtausends v.Chr.
Sprache und Schrift eines politisch wenig be-
deutenden Gebietes gleichsam adoptiert und
durch die imperiale Verwaltung zu einem maß-
geblichen Kulturträger von Ägypten bis Indien
erhoben hat.
In mächtigen Netzen von Beamten und Schrei-
bern prägte es sodann Politik, Recht, Literatur
und Religion der Alten Welt. In Weltreligionen
wie dem Judentum, dem Christentum und dem
Islam lebt dieses "Weltreich der Schreiber" bis
in die Gegenwart weiter. Der Vortrag führt durch
die dreitausendjährige Geschichte des Aramäi-
schen und nennt die wesentlichen Gründe für
seinen Erfolg.
Holger Gzella ist Ordinarius für Alttestamentli-
che Theologie an der Ludwig-Maximilians-Uni-
47

